Interdentalbürste (Zahnzwischenraumbürste): Test & Kaufratgeber

Video: Interdentalbürste? Wofür eignet sich diese am Besten? Erklärvideo von der DAK-Gesundheit (Veröffentlicht am 11.08.2015)

ZU DEN TESTS
Im Grunde putzen wir nur zwei Drittel unserer Zähne – zumindest die meisten von uns. Knapp 40 Prozent der Zahnoberfläche sind wegen der benachbarten Zähne so verborgen, dass sie für die klassische Zahnbürste nicht erreichbar sind. Alle Marketingversprechen der Bürstenhersteller können nichts daran ändern, dass der Zwischenraum letztlich nicht erreicht wird. Immer häufiger werden daher sogenannte Interdentalbürsten angeboten. Interdentalbürsten oder auch Zahnzwischenraumbürsten kommen schon seit vielen Jahren zum Einsatz: Vor allem Jugendlichen mit einer festen Zahnspange dürfte der Umgang bereits vertraut sein. Im Unterschied zur konventionellen Zahnbürste werden durch diese spezielle Zahnbürste nicht die Oberflächen, sondern die Zahnzwischenräumen und andere schwer zugängliche Stellen gereinigt – und davon gibt es bei einer Zahnspange einige. Dabei ähnelt dieser Bürstentyp konstruktiv im Prinzip einem Rohr- oder Pfeifenreiniger in Miniaturform. Seit einiger Zeit werden Zahnzwischenraumbürsten auch von Anwendern entdeckt, die weder eine Zahnspange tragen, noch Zahnersatz reinigen müssen. Was gibt es bei der Interdentalbürste zu beachten und für wen lohnt der Einsatz?

Besonderheiten der Interdentalbürste

Interdentalbrste

Foto: © blauviolette / Fotolia.com

Wir erlernen normalerweise schon im Grundschulalter den Umgang mit einer herkömmlichen Zahnbürste – doch bei der Interdentalbürste müssen einige Besonderheiten beachtet werden. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist aber durchaus wichtig, denn die von herkömmlichen Zahnbürsten kaum erreichbaren Zahnzwischenräume bergen das größte Risiko für Plaque und letztlich auch Karies. Fachleute halten dieses Thema derzeit für unterschätzt, denn obwohl die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume empfohlen wird, nutzt nur jeder 7. Zahnseide. Interdentalbürsten sind gar noch eine Randerscheinung, die sich in kaum einem Badezimmer findet.

Was ist bei der Nutzung zu beachten?

Vor einigen Jahren noch wurden Interdentalbürsten vor allem auch von Menschen mit fortgeschrittener Paradentitis verwendet, deren Zahnfleischschwund bereits die Zahnhälse weit freilegte. Heute ist dieser Bürstentyp in sehr unterschiedlichen Stärken erhältlich, für verschiedene Zwischenräume sollten auch verschiedene Größen zur Anwendung kommen. Dabei gilt: Die Bürste sollte ohne Gewalt, aber mit etwas Druck in die Zahnzwischenräume gelangen. Ist überhaupt kein Gegendruck spürbar, ist die Reinigung folglich wirkungslos. Außerdem sollte die Anwendung vor einem Spiegel erfolgen. Dadurch lässt sich besser beobachten, welche Bereiche tatsächlich von der Reinigung erfasst werden. Wer sich hier nur nach seinem Gefühl richtet, putzt häufig doch sehr nachlässig. Die Reinigung selbst erfolgt durch einfache Vor- und Zurückbewegungen.

Sollte herkömmliche Zahnpasta zur Reinigung der Zwischenräume verwendet werden?

Davon wird eher abgeraten. Der Grund: Zahnpasta enthält immer Schleifpartikel, sogenannte abrasive Stoffe. Dadurch soll der Belag effektiv entfernt werden, gleichzeitig wird aber auch ein gewisser Abtrag des Zahnschmelzes in Kauf genommen. In den Zahnzwischenräumen ist das aber aus zwei Gründen problematisch: Zum einen würde ein Abtrag hier eine Vergrößerung der Zwischenräume bedeuten. Das wäre nicht aus ästhetischen Gründen ungünstig, sondern würde noch mehr Raum für Speisereste schaffen. Zum zweiten werden die Zahnzwischenräume mit mehr Druck geputzt, sodass der Abrieb-Effekt sich noch vergrößern sollte. Besser: Entweder nur Wasser zur Reinigung verwendet oder ein spezielles Reinigungsgel für Interdentalbürsten nutzen. Letzteres hat den Vorteil, dass Fluorid zur Stärkung des Zahnschmelzes in die Zahnzwischenräume gelangt.

Wie oft und wann sollte die Interdentalbürste verwendet werden?

Grundsätzlich ist eine tägliche Reinigung unbedingt empfehlenswert. Ob diese Reinigung morgens, mittags oder abends stattfindet ist prinzipiell egal. Wichtig ist nur, dass du genügend Motivation und Konzentration aufbringst, die Zähne wirklich gründlich zu reinigen. Vor einiger Zeit lautete der Ratschlag noch, eine besonders gründliche Reinigung am Abend durchzuführen. Weil dann über viele Stunden nichts mehr gegessen wird, so die Überlegung, ist die Reinigung vor dem Schlafengehen besonders wirkungsvoll. Die Praxis fällt aber häufig anders aus: Viele Menschen bringen vor dem Zubettgehen nicht mehr die notwendige Motivation zum Zähneputzen auf. Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir genauso geht, weshalb ich die besonders gründliche Reinigung nun beim morgendlichen Zähneputzen durchführe. Wichtig: Die Interdentalbürste muss vor der herkömmlichen Zahnbürste zum Einsatz kommen. Nur dadurch wird garantiert, dass die Zahnzwischenräume auch mit der stärkenden Zahnpasta durchspült werden.

Ist eine Interdentalbürste eine Alternative zur Zahnseide?

Wer bisher seine Zahnzwischenräume reinigen wollte, nahm dafür Zahnseide – auch derzeit noch ist Zahnseide verbreiteter als eine Interdentalbürste. Doch Zahnseide kann genau das nicht leisten, was die Zwischenraumbürste so besonders macht: Sie lässt sich nicht an die unterschiedlichen Größen der Zwischenräume anpassen. Üblicherweise verengt sich der Zahnzwischenraum nach Oben hin, sodass die Zahnseide gar nicht erst zwischen die Zähne eingeführt werden kann. Eine Interdentalbürste, die seitlich in die Zähne eingeschoben wird, hätte an dieser Stelle hingegen keine Schwierigkeiten. Bei der weiten Zwischenräumen hat die Zahnseide hingegen den Nachteil, dass ein wenig der Widerstand fehlt. Vor allem gewachste Zahnseide ist so glatt, das zwar Speisereste entfernt werden können, Zahnbelag aber keinesfalls restlos. Ich musste diese Erfahrung selbst häufiger machen: Ein Plaque-Test, bei dem die Zahnbeläge blau eingefärbt und damit sichtbar gemacht werden, offenbarte bei mir immer wieder Schwächen in der Zahnreinigung – trotz gewissenhafter Reinigung mit Zahnseide. In jedem Fall ist die Interdentalbürste ein vollwertiger und aus meiner Sicht auch besserer Ersatz für die konventionelle Zahnseide.

Kann eine Munddusche eine Interdentalbürste ersetzen?

Auch Mundduschen sollen in der Lage sein, besonders schwer erreichbare Stellen im Mundraum reinigen zu können. Die Anwendung soll dabei durch einen präzisen, harten Strahl jener des Hochdruckreinigers entsprechen. Tatsächlich ist es so, dass die Erreichbarkeit durch die Munddusche natürlich gegeben ist. Vor allem größere Speisereste werden meist gut entfernt – vor allem, wenn sie bereits durch vorheriges Putzen gelöst wurden. Doch eine Interdentalbürste oder Zahnseide lässt sich dadurch nicht ersetzen. Zahnmediziner sehen in einer Munddusche eine sinnvolle Ergänzung zur Interdentalbürste, keinesfalls aber einen Ersatz – so effektiv säubert der Wasserstrahl dann doch nicht.

Wie oft sollte die Interdentalbürste ausgetauscht werden?

Zahnseide wird nach jeder Nutzung erneuert, normale Zahnbürsten sollten in etwa alle 3 Monate ausgetauscht werden – die Interdentalbürste liegt dazwischen. Tägliche Nutzung vorausgesetzt, sollte etwa alle 14 Tage ein Austausch stattfinden. Ansonsten droht eine Verkeimung, die am Ende fast mehr Schaden als Nutzen mit sich bringt, außerdem neigt der Draht, an dem die einzelnen Borsten befestigt sind, durchaus zu Brüchen. Wer darauf achtet, den Draht nur in eine Richtung zu verbiegen, kann seine Interdentalbürste länger einsetzen. Allerdings handelt es sich dabei nur um einen Richtwert: Ich verwende eine bestimmte Größe nur bei einen entsprechenden Zwischenraum, diese Bürste wird eben auch seltener ausgetauscht.

Birgt die Nutzung der Interdentalbürste auch Risiken?

Prinzipiell sind die Risiken auf Anwendungsfehler zurückzuführen. Ich benötigte selbst anfangs einige Übung, vor allem was die Auswahl der passenden Bürste angeht. Eine Gefahr besteht natürlich darin, dass eine zu kleine Bürste zum Einsatz kommt und die Reinigungswirkung ausbleibt. Weitaus häufiger dürfte aber der falsche Ehrgeiz sein, eine zu dicke Bürste zu verwenden, was leicht mal in blutendem Zahnfleisch endet. Allerdings ist das natürlich kein Grund auf die Reinigung zur verzichten; und wer nicht aufpasst, hat auch beim Einsatz von Zahnseide häufiger einmal „einschneidende Erlebnisse“. Tipp: Wenn es mit der Interdentalbürste einmal Schwierigkeiten gibt, sollte alternativ auch das Putzen von innen nach außen probiert werden.

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Vor allem beim ersten Kauf würde ich darauf achten, ein sehr breites Sortiment zu erwischen. Wer bisher keine Interdentalbürsten verwendet hat, wird folglich auch nicht wissen, welche Stärken benötigt werden. Einige Sortimente decken übliche Stärken von 0,6 bis 1,5 mm ab, die Abstufungen betragen in der Regel 0,1 mm. Wenn mithilfe eines solchen Komplett-Sets die benötigten Größen für die eigene Zwischenraumpflege ermittelt wurden, können genau diese Größen zielgerichtet angeschafft werden. Nicht zwingend notwendig aber praktisch ist die Unterscheidung der unterschiedlichen Stärken durch eine entsprechende Farbgebung. Einige Hersteller handhaben das so, obligatorisch ist dies aber keinesfalls. Neben den üblichen Einweg-Produkten gibt es auch solide Halter aus Metall, die dann lediglich mit Interdental-Aufsätzen bestückt werden. Dabei können gleich zwei unterschiedliche Größen an jedem Ende des Halters zum Einsatz kommen. Abgesehen von der etwas größeren Anfangsinvestition können so die Folgekosten leicht gesenkt werden.

Sind elektrische Interdentalbürsten sinnvoll?

Weiterhin existieren natürlich auch elektrische Interdentalbürsten, wobei ich dieses Thema persönlich kritisch sehe. Auf der einen Seite sind die elektrischen Schwingungen natürlich in Zahnzwischenräumen besonders nützlich, weil sowieso kaum Platz zur Bewegung vorhanden ist. Auf der anderen Seite gibt es bei einem solchen System meist nur eine Universalgröße, die Bürsten können konstruktiv bedingt meist nicht komplett in den Zahnzwischenraum eindringen. Außerdem bringt die Suche nach elektrischen Interdentalbürsten aus meiner sich sehr viele Produkte hervor, die sich mit fremden Federn schmücken. So werden viele Schallzahnbürsten auch unter dem Schlagwort „Interdental“ angeboten, weil die Schallwellen natürlich auch die Zahnzwischenräume erreichen. Das ist zwar zweifellos der Fall, dadurch lässt sich das manuelle Zahnzwischenraumreinigen aber bestenfalls ergänzen – ein Ersatz sind die Bürsten kaum.

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